Zentraldeponie Leppe



Die Deponie Leppe wird geschlossen, der Standort und die damit verbundenen Arbeitsplätze sollen jedoch erhalten bleiben und zu einem Kompetenzzentrum für Stoffumwandlung :metabolon entwickelt werden. Die Konzeption der Regionale 2010 Projektgruppe der :gärten der technik stellt den Umgang mit aktiven Standorten in den Mittelpunkt. Daran knüpft sich die große Chance, bisher verschlossene Areale zu „veröffentlichen“, einem weiten Publikum Einblick in die dort stattfindenden Prozessen zu ermöglichen. Für diese Zukunft muss auch eine gewandelte Deutung der landschaftlichen Zusammenhänge gelingen. Das Deponieareal soll, anders als momentan, als Gesamtes erfassbar werden: Eine Lichtung umgeben vom Wald des Bergischen Landes.

Die Wiesenlichtung passt sich ein und stellt einen versöhnlichen Bezug zur Landschaft her. Gleichzeitig werden die enorme Größe und die funktionalen Zusammenhänge der Deponie lesbar.  Die Spitze der menschengemachten Topografie wird besonders markant ausgeprägt: Die drei langgestreckten Schüttkegel maximieren das deponierbare Volumen und haben trotz der unterschiedlichen Grundform aufgrund ihrer Neigungswinkel und Proportion einen deutlich erkennbaren Zusammenhang. Besonders markant durch die geometrisch geformte Ostseite werden sie zur Landmarke der Region und geben dem Standort ein Gesicht.

Die „Öffnung“ wird durch die Ausbildung eines Grenzraumes, einer Membran, und durch das schrittweise Verschieben des Zaunes auf ein betriebstechnisches Minimum verwirklicht. Der äußere Rand ist durch die Waldkante der Lichtung eindeutig definiert, der Zaun, der die betriebstechnisch notwendigen Anlagen schützt, ist der innere Rand der Membran. Der „tiefe Raum“ der Membran ist begehbar und ermöglicht es dem Besucher sich trotz der notwendigen Sicherungsmaßnahmen „mitten drin“ zu fühlen.

Ausgangspunkt für die meisten Besucher wird der Panoramaparkplatz sein. Eine großzügige Rampe führt hinauf zu dem über der Kante platzierten Gebäude des Neuen Tors und zum Startpunkt der verschiedenen Deponiewege. Das Bauwerk markiert die Grenze zum umzäunten Kernbereich, ermöglicht gleichzeitig jedoch durch die Ausprägung des Waagendaches als großzügigen Balkon Einblick in dieses Areal. Die Einrichtungen der Waage, der Verwaltung und des Multifunktionsraumes sind in diesem Gebäude konzentriert, um Synergien zu nutzen und Gästen, Forschern, Schülern und Betriebsangehörigen in ungezwungenen Kontakt zu bringen.

Der Lernpfad beginnt am Neuen Tor. Parallel zur Waage betritt der Besucher die aktive Zone und wird zuerst im Rückbereich der Anlagenschiene geführt. Stege erlauben Einblicke von erhöhten Positionen und queren gleichzeitig die Fahrgassen. Am Ende der Tour durch das Deponieareal steht der Ausblick in das Bergische Land hinweg über die Zukunftslandschaft :metabolon.

Einladungswettbewerb
2007
Mit jbbug


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