Park auf dem Gleisdreieck Berlin


Die Vorstellung, den zukünftigen Park auf dem Gleisdreieck geradlinig von Osten nach Westen oder in umgekehrter Richtung durchqueren zu können, macht nicht nur die reizvolle freiraumplanerische, sondern insbesondere die beispiellose städtebauliche Dimension dieses großräumigen innerstädtischen Parkprojekts Berlins deutlich. Jetzt ist die städtebauliche Chance der Komplettierung des Generalszugs und mit ihm die Schaffung einer attraktiven Verknüpfung von Kreuzberg und Schöneberg da. Die Anbindung des Parks in Nord-Süd-Richtung ergibt sich durch seinen Grundriß und seine Orientierung dagegen fast von selbst. Der Magnet Potsdamer Platz bildet den prominenten Nachbarn im Norden, der Naturpark Südgelände den räumlich weiter entfernten Anziehungspunkt im Süden.

Die Haupterschliessung in Form eines großen „Z“ wird in der Mitte durch den Generalszug kurzgeschlossen. Durch die Wegeführung und Erschließungsorientierung entstehen einfach nachvollziehbare Teilräume, die sich in Form eines offenen, landschaftlichen Mittelbereichs und spezifisch gestalteter Randzonen zeigen. Weite und Rückzugsmöglichkeiten, Aktivitätszonen und Ruhebereiche wechseln sich ab. In die wohnungsnahen Sektoren können problemlos Kinderspiel und Sportmöglichkeiten integriert werden.

Der planerische Einsatz von Vegetation erfolgt in dieser Phase als behutsame und gestalterische Subtraktion vorhandener Spontanvegetation. Eine neue Positionierung von Baumreihen gliedert den bestehenden Vegetationskörper. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, den Jugendlichen und Heranwachsenden geschlechter- und nationalitätenübergreifend Raumangebote zu machen, die möglichst flexibel definiert, jedoch in besonderer Weise robust und zielgruppenadäquat ausgeprägt sind.

Der Bedeutung der Generalszugverbindung entsprechen wir mit der generösen Dimensionierung dieser Achse. Die Fernbahn wird von einer Schrägseilbrücke überspannt. Die Brücke ist Träger der notwendigen Versorgung für den Parkbesucher und kulminiert in der abgespannten Aussichtsplattform über der ICE-Strecke. Durch ihre Länge und die geringe Höhe kann die Brücke elegant den Park überspannen und vernetzen. Die selbstverständliche Funktionsfähigkeit dieser Park-Magistrale auch ohne einen Brückenschlag über die Zäsur der Fernbahntrasse ist gegeben, der finanziellen Problematik eines solchen Brückenbauwerks sind wir uns fraglos bewußt. Dennoch erachten wir einen zukünftigen Brückenschlag an dieser Stelle als unumgänglich, um das Potential des Parks auf dem Gleisdreieck auszuschöpfen.

Wettbewerb
2006
Mit Jörg Rekittke.
Statik: Felix Weber.
Visualisierung: Lenné3D.

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